Einträge getaggt mit Der kalte Traum

Nun ist es da, das Taschenbuch vom “Traum”, rechtzeitig zu den Berliner Lesungen heute und morgen in Prenzlauer Berg und Steglitz. Inklusive Aufkleber 9,99 Euro. Es sei denn, ihr gewinnt eines der beiden Exemplare, die ich heute und morgen verlose, falls ihr mich dran erinnert.

Im Augenblick bekommt ihr das TB in der Buchhandlung eures Vertrauens übrigens viel schneller als über Amazon. Da dauert es “6 bis 10 Tage”, weil Amazon erst noch die letzte Handvoll Hardcover verkaufen möchte.

Dienstag, 21.5.13
Krimibuchhandlung totsicher
Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg
20.00 Uhr
Eintritt: 4 Euro

Mittwoch, 22.5.13
Walthers Buchladen
Bismarckstraße 71, 12157 Berlin-Steglitz
19.30 Uhr
Eintritt: 5 Euro

Lesungen aus dem “Traum” in Berlin

Wie es der Zufall will: zwei Lesungen in Berlin an aufeinander folgenden Tagen. Wenn auch in unterschiedlichen Bezirken. Also quasi in unterschiedlichen Städten: Prenzlauer Berg, hoch im Nordosten, Steglitz, tief im Südwesten. Das Buch bleibt dasselbe: “Der kalte Traum”. Bei diesen Gelegenheiten übrigens erstmals als Taschenbuch, für runde 9,99 Euro, Signatur gratis, garniert mit einem Lächeln oder einem mittelguten Witz.

Dienstag, 21.5.13
Krimibuchhandlung totsicher
Winsstraße 16, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg
20.00 Uhr
Eintritt: 4 Euro
Nächster Flughafen: Tegel (TXL)
Nächster ICE-Bahnhof: Berlin Hauptbahnhof

Mittwoch, 22.5.13
Walthers Buchladen
Bismarckstraße 71, 12157 Berlin-Steglitz
19.30 Uhr
Eintritt: 5 Euro
Nächster Flughafen: Schönefeld (SXF)
Nächster ICE-Bahnhof: Südkreuz

Falls ich es nicht vergesse, verlose ich jeweils 1 “Traum”-Taschenbuch unter den Zuhörern. Erinnert mich halt dran.

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Yeah, Deutscher Krimi Preis 2013!

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Wie schön, “Der kalte Traum” wurde mit dem Deutschen Krimi Preis 2013 ausgezeichnet: Platz 3 national!

Ich freue mich riesig, dass es nach “Mord im Zeichen des Zen” (2005) und “Im Sommer der Mörder” (2007) wieder geklappt hat. Zumal mit einem Roman, der ein komplexes Thema wie den Jugoslawienkonflikt behandelt und in dem Louise Bonì nicht vorkommt … ;-) Vielen Dank an die Jury und natürlich an den DuMont Buchverlag.

Flasche her, Korken raus!

Und herzliche Glückwünsche an die beiden anderen Preisträger,

Merle Kröger, “Grenzfall”, Platz 1
Friedrich Ani, “Süden und das heimliche Leben”, Platz 2.

“Die Spur? Führt zu Genscher!”

Überraschung! Wir sind im SPIEGEL, der Genscher, der Tudjman, der Adamek und ich! Und wenn ihr die beiden letzten Sätze lest (ihr könnt von mir aus gern runterscrollen), wisst ihr, weshalb die Rezension vom “Traum” HEUTE auf SPON erschienen ist. Am Tag DANACH.

Mal wieder eine Lesung in Berlin … Ok, nicht in Mitte oder Prenzlauer Berg oder Kreuzkölln, aber Berlin ist ja nicht nur Mitte oder Prenzlauer Berg oder Kreuzkölln, sondern zum Beispiel auch Tegel/Reinickendorf. Das hat Vorteile, unter anderem diese: Lesungs-Locations in Tegel/Reinickendorf sind mit größerer Wahrscheinlichkeit rauchfrei, und man wird beim Lesen nicht von tanzwütigen, liebevoll krakeelenden 18-jährigen Spaniern gestört.

Diese Location ist im Übrigen auch noch richtig majestätisch, was wiederum allerdings den Nachteil hat, dass vermutlich kein Bier ausgeschenkt wird, weder davor noch danach … Wie auch immer: Eine halbe Stunde mit der U6 vom Bahnhof Friedrichstraße, 200 Meter Fußweg, und schon ist man dort und kann die Humboldt-Bibliothek am Tegeler See bestaunen. Und erhascht vielleicht einen Blick auf Schloss Tegel vor der untergehenden Sonne, wo die diversen Humboldts es sich einst hübsch gemacht hatten, im Schloss und in der Sonne.

Und dann geht es auch schon los mit “Der kalte Traum”, nämlich am 16.5. um 19.30 Uhr, genau hier:

Humboldt-Bibliothek
Karolinenstr. 19
13507 Berlin-Tegel
Tel. 030-43 73 680
Eintritt 7,- Euro / ermäßigt 4,- Euro

Auf Facebook findet ihr noch ein bisschen mehr, u.a. zum Roman, auf der Website sowieso.


Ein erfreulicher Wochenstart: Ausführliche positive Rezensionen von Der kalte Traum auf zwei der maßgeblichen Literaturblogs - My Crime Time und Klappentexterin.

Abgesehen von allem anderen: Bei Nantik gefällt mir besonders der Begriff “Wortquecksilber”, und dass sie die Liebesgeschichte zwischen Thomas und Jelena erwähnt (“würzt dann schließlich noch mit einer rührenden Liebensgeschichte nach”). Denn für mich war der Traum von Anfang an nicht nur politische Kriminalliteratur, sondern auch die Erzählung einer großen Liebe.

Bei der Klappentexterin wiederum hat mich sehr gefreut, dass sie die Hinweise auf die (real) schwierige Situation mancher kritischer kroatischer Journalisten aufgreift (“verdeutlicht genauso das Schicksal der unabhängigen kroatischen Journalisten, die Licht in das Dunkel bringen wollen”). Ihnen ist der Roman ja auch gewidmet.

Beim Traum sind sich Nantik und die Klappentexterin zum Glück einig, in Bezug auf Louise Bonì dagegen waren und sind sie unterschiedlicher Ansicht. Bonì habe ihr, schreibt die Klappentexterin, schon ein wenig gefehlt in diesem Roman, und in ihrer Rezension von Mord im Zeichen des Zen heißt es, sie habe sie vom ersten Moment an gemocht. Nantik wiederum ist sicher froh, dass Bonì nicht auftaucht, schließlich wollte sie ihr nach der Lektüre von Mord im Zeichen des Zen “nie wieder begegnen” (Rezension “All about Calambert”).

Für beide habe ich eine gute Nachricht: Louise Bonì kommt wieder - aber noch nicht im nächsten Roman.

Das “Krimiforum im Nordwestradio” diskutierte über “Der kalte Traum”. Mit dabei: Tobias Gohlis, Lore Kleinert, Jutta Günther und Hendrik Werner. Die Sendung wird am heutigen Samstag um 15.05 Uhr ausgestrahlt, steht aber auch schon im Netz: hier. Bis Sekunde 48 quatsche ich, dann folgen sechseinhalb Minuten lang die Krimi-Experten, und sie mögen den “Traum”, das ist doch schön!
Das ganze Interview von Jutta Günther vor Sekunde 48: hier (gut 10 Minuten).
Wer sich auch oder eher für die ebenfalls besprochenen anderen Autoren interessiert: de Cataldo, “Zeit der Wut” (hier); Dahl, “Gier” (hier); Vargas, “Die Nacht des Zorns” (hier).

Foto: Radio Bremen

Das “Krimiforum im Nordwestradio” diskutierte über “Der kalte Traum”. Mit dabei: Tobias Gohlis, Lore Kleinert, Jutta Günther und Hendrik Werner. Die Sendung wird am heutigen Samstag um 15.05 Uhr ausgestrahlt, steht aber auch schon im Netz: hier. Bis Sekunde 48 quatsche ich, dann folgen sechseinhalb Minuten lang die Krimi-Experten, und sie mögen den “Traum”, das ist doch schön!

Das ganze Interview von Jutta Günther vor Sekunde 48: hier (gut 10 Minuten).

Wer sich auch oder eher für die ebenfalls besprochenen anderen Autoren interessiert: de Cataldo, “Zeit der Wut” (hier); Dahl, “Gier” (hier); Vargas, “Die Nacht des Zorns” (hier).

Foto: Radio Bremen

Wie ich meine Kundenbeziehung zu DHL beendet habe, weil mein Freund Linus nicht da wohnt, wo er wohnt

Da steigt man eines Morgens fröhlich ins Auto und fährt nach Kreuzberg, um Dinge zu erledigen, und kommt bei der Rückfahrt, noch immer fröhlich, auf eine glorreiche Idee: rasch nach Charlottenburg, mit Abholschein ein DHL-Päckchen abholen, Ku’damm 195, dumme Idee.

15 Minuten Parkplatzsuche. 50 Cent für den Parkschein. Weit laufen. Lange anstehen. Päckchen nicht da.

Die ratlose Angestellte: “Ich frag mal den Kollegen.”

Der Kollege: “Holen Sie immer bei uns ab?”
“Nein, Uhlandstraße.”
“Dann wird’s dort liegen, wegen Ihrer Adresse.”
“Aber auf dem Abholschein steht Kurfürstendamm 195.”
“Ja, aber hier ist es nicht.”

Der Kollege muss überredet werden, in der Uhlandstraße anzurufen. Er verschwindet hinter dem Sichtschutz. Kommt wieder.

“Da geht keiner dran.”
“Wie, da geht keiner dran? In einer Postfiliale?”
“Ja, sicher, wenn’s da voll ist, gehen die nicht ans Telefon.” Außerdem sei er für DHL nicht zuständig, Reklamieren nütze nichts, er sei Postbank, nicht DHL, haben Sie das Schild draußen nicht gesehen? Er reicht ein Kärtchen – Unser Service für Sie mit einer kostenlosen Reklamationsrufnummer.

Aber ich will doch gar nicht reklamieren. Ich will doch nur, dass er sagt: “Hey sorry, da hat der Fahrer zum falschen Abholschein gegriffen, blöd dass Sie umsonst in der Gegend rumfahren mussten.” Ist aber nicht. Die Post schult ja nicht in Kundenservice. Das kann man, oder man kann es nicht. Der Kollege kann es nicht und schnauzt lieber: “Ja, soll ich jetzt für Sie da hinfahren, oder was?”

Durchatmen. Es war zu erwarten, es ist eingetroffen, im Leben geht nicht alles glatt, vor allem, wenn man mit DHL in Kontakt kommt, so what, also Uhlandstraße.

Weit zurücklaufen. Ein bisschen fahren.

Ja, es ist voll. Die Schlange endet draußen auf dem Gehsteig: 20 Minuten Warten.

Dann bringt die Angestellte – Halleluja! - ein Päckchen. Vorne drauf viele Aufkleber von DHL. Die Schrift - von mir. Im Päckchen “Der kalte Traum” von mir für den Linus, der den “Traum” im Päckchen nie erhalten hat, weil er nicht da wohnt, wo er wohnt. Sagt DHL. Über der Adresse vom Linus ein Aufkleber, der das amtlich macht. Weil DHL immer recht hat, verdächtigt die Angestellte mit zittriger Stimme mich: “Falsche Postleitzahl?” Sie zieht den Aufkleber ab, überprüft in alter PLZ-Kladde. Nein, richtige Postleitzahl. Alles andere auch richtig. Bloß ein falscher Abholschein und ein fälschlicherweise nicht zugestelltes Päckchen mit einer Büchersendung für 1,40 Euro.

Wieder keine Entschuldigung. Und Reklamieren nützt nichts, sie sei, sagt das zittrige Stimmchen, für DHL nicht zuständig, sie sei Post, nicht DHL. Sie reicht ein Kärtchen – Unser Service für Sie mit einer kostenlosen Rufnummer.

Ich will keine Kärtchen mit einer Service(!)rufnummer von DHL! Ich habe Angst vor diesen Kärtchen! Anrufe bei Service(!)rufnummern von DHL müssen im Wahnsinn enden!

Und jede Wette: Genau das ist der Sinn dieser Kärtchen von DHL.

“Da rufen Sie an, erklären das Ganze und schicken den Umschlag …”
“Nein! Ich will nicht! Wie viel Zeit und Nerven und Geld das kostet!”
“Nein, nein, der Anruf ist kostenlos.”
“Ich will den Filialleiter sprechen!”
Das Stimmchen wird noch leiser. “Der steht vor Ihnen.”
“Sehen Sie, ich will doch nur, dass irgendjemand sagt: Entschuldigung! Wir haben Ihnen eine falsche Abholkarte eingeworfen und Ihr Päckchen irrtümlich nicht zugestellt, und es tut uns leid, dass Sie das eineinhalb Stunden und 1,40 Euro Porto und 50 Cent Parkschein gekostet hat!”
“Entschuldigung.”
“Okay. Danke. Ist nicht Ihre Schuld.”
“Ich kann Ihnen leider nur das Porto ersetzen, mehr kann ich nicht tun.”
“Okay. Ersetzen Sie mir das Porto. Danke. Sie sind eine freundliche Filialleiterin. Ich danke Ihnen.”

Im Auto wider besseres Wissen: der Anruf.

Eine Männerstimme, vom Band, ein “herzlicher”Gruß. “Nennen Sie mir jetzt einfach ein Stichwort: Geht es um einen Brief, ein DHL-Paket, eine DHL-Expresssendung …”
“DHL-Paket.”

Falsch.

Eine Frauenstimme, leider nicht vom Band und wenig herzlich. Ich hätte “Brief” sagen müssen. Sie sei von DHL.

“Aber ich wollte doch zu DHL! Auf dem Umschlag sind lauter DHL-Aufkleber …”
“Wir sind erst ab 4,90 Euro zuständig, was Sie da haben, ist ein Brief!”
“Nein, es ist ein Päckchen, ein Büchersendungspäckchen …”
“Es ist ein Brief, 1,40 Euro ist ein Brief, Sie sind hier falsch, ich bin von DHL, Sie haben die falsche Rufnummer gewählt!”
“Aber ich habe diese Nummer doch von zwei Postmitarbeitern …”
“Und wenn Sie es noch fünfmal sagen, sind Sie hier nicht richtiger!”

Aufgelegt.

Sie, nicht ich.

Weil jede Geschichte ein Ende braucht: noch mal angerufen. “Brief” gesagt. Die freundliche Männerstimme: “Wir gehen neue Wege! Wir rufen Sie zurück!” Wahlweise zum Wunschtermin innerhalb der Service(!)zeiten oder sofort.
“Sofort!”

Aber “sofort” ist natürlich relativ. Es kann sich hinziehen, vor allem bei DHL. Nun zieht es sich schon 7,5 Stunden hin.

In 17 Minuten enden die heutigen Service(!)zeiten.

17 Minuten Zittern.

Ich habe angefangen zu beten, dass “sofort” bei DHL 40 Jahre dauert. Ich möchte nicht mehr zurückgerufen werden. Ich habe Angst. Ich möchte noch nicht wahnsinnig werden.

Ich möchte nur einfach meine Kundenbeziehung zu DHL beenden.

Sofort.

Und dem Linus seinen “Traum” beim nächsten gemeinsamen Mittagessen in die Hand drücken.

Traum in Baden

Info aus dem Zug, bevor das Netz zusammenbricht: Ein Interview mit der Badischen Zeitung zum “Traum” ist jetzt online: hier.

Was von Leipzig bleibt

Donnerstag, 15.3.12 

Im Sonnenschein bei 15 Grad zur Messe. Sonst war da doch immer Grau in Grau und Regen, ich erinnere mich an diverse Kleidungskäufe in der Fußgängerzone, 1 Pulli, 1 Regenjacke und so. Nicht diesmal: Frühling in Leipzig.

Die Hallen voll wie immer, die Branchenfremden haushoch in der Überzahl, Leipzig und seine Buchmesse eben - immer wieder schön zu erleben. Und gibt es eine schönere Eingangshalle?

Angenehm auch, dass die meisten Verlage in Leipzig nicht mit Größe & Prunk protzen wie in Frankfurt, sondern sich auf charmante Weise genormt in Reih und Glied stellen. Na gut, es gibt Ausnahmen.

DuMont gehört nicht dazu, man kann sich Understatement leisten. Und falsche Fährten legen: Optisch dominiert das Böse. Neben dem Bösen der Traum, ein wenig Glanz fällt ab, da braucht man gar kein eigenes Plakat.

Das Böse verblasst, wenn die Pressechefin am Stand ist: sagenhaft elegantes rotes Wollkleid, mittelbraune Stiefel, mittelbraune Tasche. Stil ist ohnehin ein auffälliges Merkmal hier. Ausgesprochen hübsche hellblaue Wildlederhalbschuhe, eine Bluse in kräftigem Azurblau, und so geht es weiter, DuMont macht eben in jeder Hinsicht was her. Stil auch auf dem Papier - sehr schön zum Beispiel die Lifestyle-Bücher Vintage Tea Party und Leon. Natürlich Fast Food.

Konspiratives Gespräch über Verkaufszahlen. Sehr erfreulich. Zum Träumen, sozusagen, wenn’s nicht ein Kalauer wäre.

Irgendjemand fragt, welches Buch am häufigsten geklaut werde. Irgendjemand fragt immer, welches Buch am häufigsten geklaut werde.

Zoë Beck eilt telefonierend vorüber. Erster Impuls: hinterherlaufen und Hallo sagen. Die Vernunft siegt, es ist zu voll zum Laufen - und ohnehin Zeit für Arte. In der Haupthalle mit Rob Alef (Kleine Biester) aufs Podium, Lore Kleinert moderiert. “Mörderisch gut!” das Motto, es könnte aber auch heißen: “Drei zerfließen unterm Glasdach in der Sonne”.

Ausgetrocknet zurück zum Stand. Zoë Beck eilt mit Begleitung vorüber. Erster Impuls: hinterherlaufen und Hallo sagen. Geht aber nicht, wegen der Dehydratation.

Am Abend zu Hause in Berlin, der an den Augenlidern operierte und mit einer Halskrause verunstaltete Kater braucht einen fürsorglichen Aufpasser, dem kein Weg zu weit, kein ICE zu langsam ist.


Freitag, 16.3.12

Der Kater beäugt den Koffer schroff, sein Bruder ist schon beleidigt, es hilft nichts: Bis morgen, und benehmt euch.

Mittlerweile ist in Leipzig Sommer.

Die Straßenbahn zur Messe bleibt liegen, technischer Defekt. Doch das Pech hat einen kühnen Gegner: “Ich werde jetzt versuchen, den Schaden zu beheben”, sagt der Fahrer. Ein paar Minuten später rumpeln wir weiter, die sonore Heldenstimme erklärt: “Liebe Fahrgäste, der Fehler ist behoben.” Kurz darauf dann doch die Kapitulation, nichts geht mehr. Wir steigen aus und warten auf die nachfolgende 16. Das Pech ist mächtiger als der Mensch.

Der nächste Schock: Es gibt tatsächlich eine Haltestelle namens “Hornbach, Baumarkt”. Als wären “Allianz-Arena” und “Signal Iduna Park” nicht schon schlimm genug! Seelenausverkauf. Und wenn der Hornbach, Baumarkt weggeht von seiner Haltestelle? Oder pleite macht? Säuselt die Frauenstimme dann “Hornbach, insolventer Baumarkt”? Und warum heißt die Endstation “Messegelände” und nicht konsequenterweise “Bauhaus, Baumarkt”? Konnten die sich keine eigene Haltestelle leisten?

Ein paar Minuten am Stand, dann wieder in die Hitze unters Glas. Kurzweilig & informativ: Tobias Gohlis und Norbert Horst stellen bei erlesen.tv die besten Zehn der KrimiZeit-Liste 2011 vor. Viel Publikum. Gohlis beschreibt begeistert jedes Buch, Horst ergänzt kenntnisreich. Gohlis kürt Friedrich Ani zum besten deutschsprachigen Krimiautor, Horst stimmt zu, beider Begründungen überzeugen.

Zurück ins Hotel, hübsch machen. Ich weiß: Don’t wear brown after six, aber wozu habe ich sie mir dann vor ein paar Jahren gekauft, die Crockett & Jones? Wenn es eine KrimiZeit-Bestenliste für Schuhe gäbe, sie kämen unter die ersten Zehn, garantiert.

Lesung im Landgericht, Posadas, Thiesler, Bottini, Probst, moderiert vom tollen Ernst A. Grandits. Als Letzter ist Peter Probst (Im Namen des Kreuzes) dran, der eine sensationelle Vorleserstimme hat, auch der Text macht Lust aufs Lesen.

Im Zweier-Gespräch nach der Veranstaltung entpuppt sich Grandits als burgenländischer Kroate, im Jugoslawienkrieg hat er aus Sarajevo berichtet, während der Belagerung. Einer, der dabei war also, im Gegensatz zu mir. Er lobt den Traum, doppelt wertvoll, nein: dreifach! Es geht ja um kroatische Kriegsverbrechen.

 

Und dann geht alles viel zu schnell: Der Abend mit den DuMont-Leuten, die als messeerprobte Verlagsleute natürlich viel ausdauernder sind als ein partyscheuer Autor, eine eher kurze Nacht, ein noch kürzerer Abschiedsbesuch am Stand - dann steht man schon vor zwei schlecht gelaunten Katern und fragt sich einen Moment lang überrascht, welcher welcher ist, denn keiner trägt eine Halskrause.

Nicht stylish genug, vermutlich.

Das war’s, Leipzig 2012 mit Halskrause, sozusagen.

Augen zu, Ohren auf!

“Der kalte Traum” geht ins Radio:

Bayerischer Rundfunk
Bayern 2, “Kulturwelt”, 19. März, ab 8.30 Uhr (Gespräch)

Radio Bremen - Nordwestradio
Krimiforum, 30. oder 31. März, 18.10 Uhr (Gespräch)

Deutschlandradio
Dradio Kultur, 14. April, ab 19.30 Uhr (halbstündige Lesung)

Westdeutscher Rundfunk
WDR 5, “Bücher - Das Literaturmagazin”, 2. Juni, ab 20.05 Uhr (Gespräch); Wiederholungen: Sonntag ab 15.05 Uhr, Montag ab 1.05 Uhr

Der neue Bottini-Newsletter ist heute rausgegangen. Wer ihn nachträglich haben möchte, der klicke hier und verlange danach. Er bekommt dann  (vielleicht im Sommer) automatisch auch den nächsten. Und den übernächsten. Und so weiter. Bis mir nichts Neues mehr einfällt.
(Die Daten werden vertraulich behandelt und nur für den Newsletterversand verwendet. Der Newsletter ist kostenlos und jederzeit abbestellbar.)

Der neue Bottini-Newsletter ist heute rausgegangen. Wer ihn nachträglich haben möchte, der klicke hier und verlange danach. Er bekommt dann (vielleicht im Sommer) automatisch auch den nächsten. Und den übernächsten. Und so weiter. Bis mir nichts Neues mehr einfällt.

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Von den Freuden eines Autors

Das ist mir auch noch nie passiert: Da sitze ich sonntagmorgens beim Frühstück im Café, lese, weil das WLAN ausgefallen ist, die Print-ausgabe des “Tagesspiegel” - und stolpere über die erste Rezension von “Der kalte Traum” in einer Tageszeitung. Der Sonntag wird fein, sie ist sehr positiv. Danke, Kolja Mensing.

Wer online nachlesen will: hier

Ui, Überraschung! Sechs Tage vor dem Erscheinungstermin erschienen. Das Herz klopft … Gute Reise, mein Lieber.

Und darum geht es in dem Roman:

Herbst 2010. Zwei Fremde streifen durch Rottweil und stellen Fragen nach einem Toten – Tomas Ćavar, Kroate wie sie, doch in Baden-Württemberg geboren. Die Antworten lauten immer gleich: Ćavar sei 1995 im Jugoslawienkrieg gefallen. Viel mehr als das findet auch der Berliner Kripokommissar Lorenz Adamek nicht heraus, der eigentlich nur einem Onkel helfen wollte und plötzlich vor einem großen Problem steht: Der Onkel, ehemals hoher Diplomat im Auswärtigen Amt, ist in den Fall Ćavar verwickelt. Doch was genau ist “der Fall Ćavar”? Eine Leiche wurde nie gefunden … Als Adamek schließlich nach Rottweil reist, sind die Fremden verschwunden, und ein freundlicher dicker Mann liegt gefoltert im Dunkel der Nacht. Eine Hetzjagd hat begonnen, und Adamek begreift schnell, wohin sie führt: in einen grausamen Krieg, der noch immer kein Ende gefunden hat.

Danke, chilli!

(Gefunden auf Facebook, via Melanie Richter)